Die meisten Marathons werde auf Asphalt gelaufen. Da stellt sich die Frage: Müssen wir im Training ausschließlich Straßenkilometer sammeln, um gut vorbereitet zu sein? Genügt das Trainieren auf hartem Untergrund bereits, um Anpassungen im Muskel-Sehnen-Komplex zu erreichen – oder bedarf es zusätzlicher Strategien, um langfristig verletzungsfrei zu bleiben? Gemeinsam mit Dr. Freddy Sichting beleuchten wir in dieser ACHILLES RUNNING Podcastfolge, welche Trainingsreize wirklich effektiv sind und wie du deinen Körper gezielt auf die Straße vorbereitest. Dabei zeigt sich vor allem eins: den einen perfekten Trainingsreiz gibt es nicht.
Straße oder Waldboden?
Wie viel Energie du beim Laufen benötigst, wird maßgeblich durch die Biomechanik der Abbrems-, Umlenk- und Beschleunigungsphasen bestimmt. Ein ökonomischer Bewegungsablauf ermöglicht es dem Körper, den metabolischen Aufwand zu minimieren. Entgegen der weitverbreiteten Annahme ist der Untergrund nicht der limitierende Faktor, wie aktuelle Forschungsergebnisse belegen. Freddy betont, dass der menschliche Organismus ein hohes adaptives Potenzial besitzt: Durch gezieltes Training lassen sich die neuromuskuläre Ansteuerung sowie die Sehnensteifigkeit optimieren, wodurch der Körper effizient auf unterschiedliche Oberflächen reagiert. Und das sogar sehr spontan. Somit spielt die individuelle Anpassungsfähigkeit eine wesentlich größere Rolle als externe Faktoren. Pauschal lässt sich nicht sagen, dass Waldboden dem Asphalt überlegen ist oder umgekehrt – keine der beiden Optionen ist von Natur aus gesünder oder ungesünder.
Spezifische Trainingsreize für Muskeln & Sehnen
Im Gespräch stellt Freddy verschiedene Zusatzreize auf den Prüfstand: Oft werden beispielsweise plyometrisches und isometrisches Training gegeneinander ausgespielt, wenn es um das “Optimieren” der Sehnensteifigkeit geht. Laut Freddy bewirken beide Methoden jedoch völlig unterschiedliche Anpassungen im Gewebe, haben aber genau deshalb beide ihre Berechtigung im Trainingsplan. Bei extremen Methoden wie Bergabsprints rät er hingegen eher zur Vorsicht. Aufgrund der enormen exzentrischen Belastung sind sie allenfalls etwas für sehr fortgeschrittene Athlet:innen. Überraschendes Potenzial zeigt sich dafür bei Alternativen wie dem Tretrollerfahren oder richtig eingesetztem statischen Dehnen. Ähnlich differenziert fällt das Fazit beim Thema Schuhwerk aus. Ob maximale Dämpfung oder Barefoot-Schuh – die Forschung zeigt klar, dass es nicht den einen pauschal „richtigen“ Schuh gibt. Das Setup muss stets individuell zur eigenen Biomechanik und dem angestrebten Reiz passen.
Hör dir hier die gesamte Folge an, um mehr über das Ziel bestimmter Trainingsreize zu erfahren und wertvolle Impulse für dein individuelles Training zu bekommen! Den ACHILLES RUNNING Podcast findest du bei Spotify, Apple Podcast und überall sonst, wo es Podcasts gibt.