Dieses Mal wagen wir einen tiefen Einblick in die Psyche von Ultraläufer:innen – ein Terrain, das ebenso faszinierend wie herausfordernd sein kann. In dieser fesselnden Folge vom ACHILLES RUNNING Podcast beleuchten wir gemeinsam mit Ultraläufer Pawel Dregan und dem Sport- und Neurowissenschaftler Dr. Dr. Stefan Schneider die Extrembelastungen des Ultralaufens. Von absolutem Schlafmangel über Halluzinationen bis hin zu den Reaktionen des Gehirns unter dieser Belastung. Eine einzigartige Mischung aus persönlichen Erfahrungen und wissenschaftlicher Expertise, die tiefe Einblicke verspricht.
Signale des Gehirns bei Extrembelastungen
Den Punkt zu überwinden, indem die Gedanken und der Kopf ganz laut “Stopp” rufen, kann hart sein. Oft ist dies eine mentale Schutzreaktion, die vor der physischen Erschöpfung einsetzt. Erfahrene Athlet:innen wie Pawel lernen durch tiefe Selbstanalyse, diese Schwelle zu verschieben. Körpersignale (z.B. Schlafdefizit, Energiemangel) werden frühzeitig erkannt und mit gezielten Strategien verbessert. Das Central Governor Modell von Prof. Tim Noakes erklärt dieses Phänomen: Das Gehirn sendet frühzeitig ein Signal, um den Körper bei vor Extrembelastungen zu schützen. Entscheidend ist, dass diese Leistungsgrenze nicht fix ist, sondern massiv durch Persönlichkeit, Psyche und Erfahrungen verschiebbar ist. Wiederholte Grenzerfahrungen lehren das Gehirn, dass die Alarmsignale übertrieben sind, was das Stopp-Signal verzögert und Athlet:innen ermöglicht, ihre tatsächliche Leistung abzurufen.
Auswirkungen extremer Belastungen
Ultraläufe bringen den Körper an seine Leistungsgrenzen, was unweigerlich zu tiefgreifenden Nebenwirkungen führt. Halluzinationen oder, wie Experte Dr. Dr. Stefan Schneider sie nennt, „ungewöhnliche Wahrnehmungserlebnisse“, sind im Extremsport lange bekannt. Sie sind die Folge massiver physiologischer und neurologischer Stressfaktoren. Sie entstehen hauptsächlich durch Mangelzustände wie Schlafmangel, Energiemangel, Dehydratation oder Sauerstoffmangel, insbesondere in großen Höhen. Fehlen zudem sensorische Eindrücke, beispielsweise bei Dunkelheit, lassen die Konzentration und die kognitive Kontrolle nach. Das Gehirn wird kreativ und generiert Bilder oder Eindrücke, die nicht real sind.
Höre dir unbedingt die neue Folge an, wenn du erfahren möchtest, wie Pawel mit Niederlagen oder Halluzinationen während seiner Ultraläufe umgeht. Außerdem bekommst du eine wissenschaftliche Einschätzung, wann es ratsam ist, den Warnsignalen deines Körpers nachzugeben und das Rennen zu beenden.