Der technologische Fortschritt macht auch vor dem Laufsport keinen Halt. Wo man auch hinsieht, überall gibt es die neuesten Laufuhren, innovative Schuhe und komplexe Systeme zur Trainingsüberwachung. Die Ausrüstung der Läufer:innen wird immer professioneller. Doch die Frage ist: Bringt diese ganze Professionalisierung den Amateurbereich wirklich voran? Das finden wir gemeinsam mit Prof. Dr. Olaf Ueberschär in der neuen ACHILLES RUNNING Podcastfolge heraus. Er hilft uns einzuschätzen, welche Gadgets für Hobbysportler:innen wirklich sinnvoll und welche reine Geldverschwendung sind. Und ein Spoiler vorweg: Nicht jede Technik, die cool aussieht, hält, was sie verspricht, und kann teils erhebliche Fehler haben.
Sind die Daten valide und präzise?
Olaf berichtet von einer Vielzahl unzuverlässiger Parameter in der aktuellen Technikwelt, die die Trainingssteuerung erschweren. So weisen viele Sportuhren bei der Distanzmessung erhebliche Abweichungen von über 12 % auf. Ein prägnantes Beispiel aus seinem Selbsttest verdeutlicht die Problematik der Herzfrequenzmessung: Eine am Fahrradlenker befestigte Uhr registrierte allein aufgrund des ruckeligen Untergrundes eine vermeintliche Herzfrequenz. Solche ungenauen oder fehlerhaften Aufzeichnungen sind kritisch, da sie dazu führen können, dass Athlet:innen in völlig falschen Zielbereichen trainieren. Dies setzt nicht nur den falschen Trainingsreiz, sondern kann auch die langfristige Leistungsentwicklung beeinträchtigen. Zwar verfügen neueste Modelle über verbesserte Sensoren und Algorithmen, dennoch bleiben Fehlmessungen durch Anwendungsfehler oder widrige äußere Umstände ein beständiges Risiko im Trainingsalltag.
Der Datenflut blind vertrauen?
Während tragbare Technologien wie Sportuhren wertvolle Anhaltspunkte im Alltag liefern, stoßen sie bei der präzisen Bestimmung von individuellen Stoffwechselvorgängen an ihre Grenzen. Um eine wirkliche Professionalisierung des Trainings zu erreichen, ist eine umfassende Leistungsdiagnostik die beste Investition. Durch die standardisierte Durchführung und die exakte Messung der wichtigsten physiologischen Daten – wie beispielsweise die Herzfrequenz in verschiedenen Belastungszonen – kann der Läufer oder die Läuferin exakt analysiert werden. Erst diese objektiven Fakten ermöglichen es, individuelle Trainingsbereiche präzise zu definieren und das eigene Training zu professionalisieren. Olaf betont auch, dass Metriken zwar wertvolle Orientierungshilfen bieten, es aber essentiell bleibt, das eigene Körpergefühl stets zu priorisieren. Ein guter Athlet oder eine gute Athletin zeichnet sich dadurch aus, dass sie die feinen Signale des Organismus erkennt und interpretiert. Letztlich lassen sich Faktoren wie die optimale Ernährung, die notwendige Schlafqualität und die aktuelle Trainingsbereitschaft am besten mit einer Kombination aus objektiven Daten und gesundem Menschenverstand einschätzen.
Höre unbedingt rein, wenn du dein Training ohne Geld- und Zeitverschwendung auf das Maximum anheben möchtest. Du findest die Folge überall, wo es Podcast gibt, inklusive Spotify und Apple-Podcast.