Der Hype um glutenfreie Ernährung ist groß, oft verbunden mit der Hoffnung auf mehr Gesundheit und bessere sportliche Leistung. Die Fakten zeigen jedoch: Nur etwa 1 % der Deutschen leidet an Zöliakie und benötigt zwingend eine glutenfreie Diät. Für die große Mehrheit ohne medizinische Indikation ist der Verzicht auf Gluten ein Trugschluss ohne gesundheitlichen Vorteil. In der neuesten ACHILLES RUNNING Podcastfolge klärt Ernährungsexpertin Lea Hayn über diesen Trend auf. Sie erklärt, dass glutenfreie Ersatzprodukte häufig mehr Fett, aber weniger Ballaststoffe und wichtige Mikronährstoffe enthalten. Die Studienlage ist eindeutig: Sportler:innen profitieren nicht von einer glutenfreien Ernährung, sofern keine medizinische Notwendigkeit besteht. Erfahre in dieser Folge, warum du auf eine ausgewogene Vollwertkost statt auf unbegründete Ernährungstrends setzen solltest!
Wieso hat Gluten einen schlechten Ruf?
Fast 40% aller Sportler:innen verzichten freiwillig auf Gluten. Und was mittlerweile ein Ernährungstrend in unserer Gesellschaft ist, ist für Betroffene ein unschöner Lebensumstand. Für an Zöliakie erkrankte Personen kann auch nur ein Krümel Gluten fatale Folgen haben.
Gluten, das “böse Klebereiweiß”, und vor allem Weizen ist dank Social Media, prominenten Personen und Mundpropaganda der Feind in der Ernährung geworden. Das Gerücht, Gluten würde im Magen verkleben und Entzündungen hervorrufen, ist ein Irrtum. Dem menschlichen Körper fehlt ein spezifisches Enzym, um Gluten vollständig aufzuspalten. Zwar bleiben die letzten Moleküle daher resistent gegenüber der menschlichen Verdauung, dies hat jedoch für gesunde Menschen keine negativen Auswirkungen. Gluten ist dabei nicht der einzige Nährstoff in unserer Ernährung, der nicht komplett verdaut werden kann. So kann beispielsweise Kollagen – das im Gegensatz zu Gluten aktuell als Longevity-Wundermittel beworben wird – ebenfalls nicht vollständig aufgespalten werden.
Risiken der glutenfreien Ernährung für Athlet:innen
Die Wissenschaft ist sich einig: Je stärker ein Lebensmittel verarbeitet wird, desto ungesünder ist es. Glutenfreie Produkte zählen oft zu verarbeiteten Lebensmitteln, da sie Zusatzstoffe benötigen, um die gewünschte Struktur und den Geschmack zu erreichen. Ernährungsexpertin Lea betont, dass glutenfreie Produkte wie Brote oft nährstoff- und ballaststoffärmer sind als herkömmliche Vollkornbrote. Auch Eisen, ein wichtiger Nährstoff insbesondere für Ausdauersportler:innen, kann bei einer glutenfreien Ernährung fehlen. Eine strikt glutenfreie Ernährung ohne entsprechendes Wissen birgt demnach ein hohes Risiko für Leistungseinbußen aufgrund von Mangelernährung. Die Studienlage zeigt klar, dass eine glutenfreie Ernährung keinen positiven Einfluss auf die Leistungsfähigkeit gesunder Sportler:innen hat.
Diese Podcast-Folge ist optimal für dich, wenn du mehr über glutenfreie Ernährung im Sport erfahren möchtest. Lea zeigt dir nicht nur, wie ein glutenfreies Carboloading optimal funktioniert, sondern auch wie du deine Ernährung bestmöglich gestaltest – ob mit oder ohne Gluten. Du findest die Folge überall, wo es Podcast gibt, inklusive Spotify und Apple-Podcast.